Karin war so nett, einen Testbericht über ihre Erfahrungen mit dem Carola-Pad zu schreiben, vielen Dank dafür!!

Knetpad-Test:

Zu meinen Hobbys gehört -leider ;-) - das "Sammeln" von Sätteln. Deren Passform kann man mit Carolas Pad wesentlich besser einschätzen, als mit einem Blick auf das oft nicht aussagekräftige Schwitzbild nach dem Reiten. Manchmal vermittelt das Schwitzbild auch einfach einen schlicht falschen Eindruck.

Ich habe mir ein Pad gebastelt und gleich festgestellt, dass eine unbeschriftete Plane und ein klar durchsichtiges Klebeband von Vorteil sind. Da ich keine Plastikbeutel in der Größe finden konnte, habe ich ein Stück Bauplane zurechtgeschnitten und zugeklebt. Wichtig ist wirklich, es nicht zu groß zu machen, sondern sich an Carolas Vorgaben zu halten.

Dann habe ich links und rechts und auch hinten je eine „Strippe“ aus Klebeband drangeklebt, mit der ich das Pad sicher am Verrutschen hintern kann, in dem ich die Strippe am Sattel anbinde. Außerdem kann man nach dem Testritt das Pad mit den Strippen an eine Stange binden und das Ergebnis gut „gegen das Licht“ auswerten. Die Strippen haben sich als sehr hilfreich erwiesen! Bei einem Sattel, der hinten keine Befestigungsmöglichkeit hat, lohnt es sich, für die kurze Dauer der Testrittes (ca. 20-30 Minuten) das Knetpad mit Klebeband entweder direkt an den Sattel oder an die Satteldecke zu kleben. In der Regel wird der Sattel vom Klebeband keinen Schaden nehmen, im Zweifel klebt man das Pad einfach an die Satteldecke.

Vor dem Reiten habe ich es mit einem Nudelholz glatt gerollt. Das geht am Besten, wenn das Pad warm ist. Man kann es dazu in die Sonne legen, oder im Sommer ins aufgeheizte Auto. Aber Achtung: Soll das Pad hinterher „gegen das Licht“ ausgewertet werden, muss es auch vorher, direkt nach dem Ausrollen geprüft werden, ob der Knet vor dem Ritt gleichmäßig im Pad liegt. Sonst sieht man Druckstellen, die schon vor dem Reiten entstanden sind.

Die getesteten Sättel:

Ein baumloser  in der Extra-Light-Version ohne Sattelblätter mit Fendern, ein Marken-VSD (laut Sattler mit einer dickeren Satteldecke nutzbar, passt nicht 100%ig, muss aber  laut Sattler auch nicht zwingend neu aufgepolstert werden), ein Marken-Dressursattel, der vom gleichen Sattler passend auf das Pferd gepolstert wurde und ein No-Name Dressursattel, der nach den üblichen Kriterien (sehen, fühlen, Schwitzbild) nicht schlecht zu passen schien

Es wurden folgende Decken probiert:

Eine baumlos-Decke (schwarz), unten mit Kunstfell, oben Moosgummi, mit Tasche für Einlagen, allerdings nicht mit Einlagen bestückt.

Eine baumlos Lammfell-Decke, im Sitzbereich unten Lammfell mit Verbundschaumeinlagen

Eine normale Schabracke mit Fellbesatz

Mein Fazit:

Den viel gefürchteten Druck an der Steigbügelaufhängung des baumlosen Sattels kann ich nicht bestätigen, obwohl ich bei den Testritten teilweise sehr lange im Galopp in den Bügeln stand. Meine Stute hat eine etwas hervorstehende Wirbelsäule, die von der ersten Decke gut freigehalten wurde - leider ist die Decke im Test mitsamt dem Sattel auf dem glatten Knetpad verrutscht (da hatte das Pad noch keine Strippen)  aber man erkannte aber  trotzdem, dass sie für einen druckfreien Kanal sorgt.

Von Lammfelldecken wurde schon berichtet, dass sie auf runden Pferden rutschen. Bei meiner Stute nehme ich sie gerne, da sie auch einem eventuellen Haarbruch am Hinterzwiesel entgegenwirkt.

Ich bin sehr froh, zu sehen, dass mein Baumsattel den Druck gut verteilt! Jetzt habe ich die Gewissheit. Insbesondere der Vergleich mit dem No-Name-Sattel ohne Anpassung durch einen Sattler war für mich sehr aufschlussreich:

Mein Sattler hatte in allen Punkten recht: der von ihm gepolsterte passte 100%ig, der VSD ist mit einer dickeren Decke akzeptabel.

Der No-Name, den ich nach den „üblichen“ Kriterien für möglicherweise passend hielt, bestand den Test nicht. So kann man sich täuschen!

Der angepasste Baumsattel hat, wie der baumlose Sattel,  ein sehr gleichmäßiges Druckbild abgegeben. Beim unangepassten Baumsattel waren eindeutige Druckspitzen an den hinteren Trachten zu sehen, die für mich nicht akzeptabel wären.

Weiter wurde für mich klar, dass jeder seinen eigenen Testritt machen muss und so die passende Decken/Sattelkombination für sich und sein Pferd finden muss. Das Schwitzbild gibt nur sehr begrenzte Auskunft über die Passform eines Sattels. Von einem Pferd auf das andere zu schließen finde ich insbesondere was die Wirbelsäulenfreiheit angeht problematisch.

Wie bei allen Tipps und Tricks aus dem Internet weise ich ausdrücklich darauf hin, dass hier mit der entsprechenden Vorsicht vorgegangen werden muss, da das glatte Pad den Sattel auf dem Pferd rutschiger macht. Der Test sollte nicht im Gelände, sondern sicherheitshalber auf der Reitbahn durchgeführt werden. Wir können keine Haftung für eventuelle Personen-, Sach- oder Materialschäden, die durch den Test entstehen, übernehmen.

Hat man mit der Testreihe erst mal begonnen, macht es unwahrscheinlich Spaß! Und mit jeder wechselnden Kombination ergeben sich andere Druckbilder.

Vielen Dank für diese tolle Idee, Carola! :=)

Einige Fotos:

Ein schönes, gleichmäßiges Druckbild:

 

zu viel Druck am Widerrist und auch die Polsterkissen-Kanten haben sich hart durchgedrückt (im Foto links oben):

 

Gleiches Druckbild, Pad an den Strippen aufgehängt und  „gegen das Licht“ geknipst. Man erkennt gleich viel besser, dass der Sattel nicht passt: