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Die
Idee mit der Kutsche entstand anfangs nur, weil ich mir dachte, das ist
wunderbar, da hat wenigstens mein Freund auch etwas davon, und wir können zu
zweit mit dem Pferd unterwegs sein. So ein Schwarzwälder bietet sich natürlich
auch an dazu. Dem ganzen eher misstrauisch gegenüber stehend, konnte ich mir
bei Rieke doch vorstellen, dass das klappen könnte. Immerhin war sie nicht nervös
oder schreckhaft und neigte nicht zum Durchgehen.
Da
ich selbst keine Ahnung vom Fahren hatte, habe ich bei allen
Anbietern angefragt, deren Adresse ich im Internet oder in Pferdezeitschriften
ausfindig machen konnte, ob sie mein Pferd einfahren und für uns einen Kurs
anbieten könnten. Nachdem ich mit einigen gesprochen hatte, hatte ich
wenigstens das Gefühl, ich könne mir vorstellen,
worauf es ankam. Dass ich nicht mit meinem Pferd zu einem Fahrkurs über zwei
Wochen kommen könnte, weil das Pferd länger brauche, um das Fahren zu lernen
als ich, wurde mir gesagt. Das war mir auch einleuchtend. Man bot mir an, das
Pferd 6 Wochen früher zu nehmen und einzufahren, und dann könnten wir den Kurs
gemeinsam machen. Das war eine gute Idee, aber die nächsten Kurse, bei denen Plätze
frei waren, fanden im September statt. Ich konnte mir nicht vorstellen,
ausgerechnet im Herbst und Winter mit meinem frisch eingefahrenen Pferd üben zu
müssen. Schade. Andere Anbieter sahen in einer gemeinsamen Fahrwoche kein
Problem, aber das konnte ich dann auch nicht mehr glauben. Wenn man mal eine
Weile Kutsche gefahren ist, lernt man Leute kennen, die wiederum Leute kennen...
Heute
wüsste ich Ställe in der Nähe, die Pferde einfahren, wobei ich auch hier
Zweifel habe, ob die Leute unbedingt ein Kaltblut und nicht ein Sportpferd
einfahren möchten, aber damals fand ich nur jemanden in der Schwäbischen Alb.
Wir sind hingefahrenund haben uns den Stall und den Pferdemenschen betrachtet und waren zufrieden.
Eine Woche später haben wir Rieke hingefahren. Ich habe sie nach einer Woche
besucht und fand, dass sie
zufrieden schien. Da es sehr weit ist, bin ich dann nicht mehr hin gefahren und
habe nur noch telefoniert. Zwischendrin wurde ich schon ungeduldig, weil meine
Frage, ob sie denn nun schon einmal angespannt war mit Nein beantwortet wurde.
Es war auch zu weit, um einfach mal zu checken, was grade gearbeitet wird. In
der 7. Woche habe ich eine Urlaubswoche dort verbracht, und Rieke wurde das
erste Mal richtig angespannt. Ich sollte mitfahren. Ich saß bei der ersten
Fahrt immer halb am Ausstieg und hatte Todesängste. Das hat sich dann aber bald
gelegt. Ich bin froh, dass ich diese Woche dort verbracht habe, denn alleine
daheim hätte ich meinem frischen Fahrpferd vielleicht nicht vertraut. Ich habe
selbst einiges gelernt und bin mit der Art, wie Rieke eingefahren wurde, trotz
mancher Zweifel sehr zufrieden. Ich habe ein Anfänger-Kutschpferd bekommen, das
so abgeklärt war, dass es mit mir als Fahranfänger auch fertig wurde.
Rieke
schmeckt übrigens auch ein Bier!
Inzwischen
haben wir den Sulky gegen einen Zweiachser eingetauscht. Ein ganz neues
Fahrgefühl - und es hat natürlich alles seine Vor- und Nachteile....! Ein
Nachteil ist, dass das gute Stück schwerer ist. Damit Rieke sich in unserem
bergigen Gelände etwas leichter tut, haben wir ihr ein Marathonkumt gekauft, in
das sie sich auch gleich besser reinwirft.

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